Umweltmarkt Wetter 2012

Infoflyer zum Umweltmarkt 2012 (PDF)Am Samstag, den 15. September 2012 findet von 11 bis 17 Uhr der jährliche Umweltmarkt in Wetter gemeinsam mit dem lokalen Weltkindertag statt. Veranstaltungsort ist von 11 bis 17 Uhr das Gelände des Stadtbetriebs im Gewerbegebiet Schöntal in Alt-Wetter, Wasserstr. 16–18.

Wir bauen dort wieder unseren BUND-Infostand auf und laden Kinder und Erwachsene zu einem kleinen Rate- und Wissensspiel ein. Sie finden uns in der großen Fahrzeughalle. Aus dem Naturschutzbereich ist neben uns noch der NABU-Kreisverband EN mit von der Partie. Viele weitere Aktions-, Info- und Verkaufsstände (Lokale Agenda, Ökolandbau, Imker, Klimaschutz, Energieberatung, Umwelttechnik u.v.m.) sowie ein Rahmenprogramm runden die Veranstaltung ab. Außerdem führen die Freiwilligen Feuerwehren des EN-Kreises auf dem angrenzenden Freigelände einen Leistungsnachweis durch. Auch drumherum gibt es also etwas zu bestaunen. Näheres entnehmen Sie bitte dem Infoflyer (PDF).

Hier als Nachtrag zwei Eindrücke vom diesjährigen Umweltmarkt:

Besucher am BUND-Infostand 2012

Besucher am BUND-Infostand

BUND-Küchenkräuterrätsel 2012

Unser kleines Küchenkräuterrätsel

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Tagung „Risikotechnologie Erdgas-Fracking“ in Dortmund

Flyer Frackingtagung 2012 (PDF)Am Samstag, den 29. September 2012 findet in Dortmund die empfehlenswerte Tagung „Risikotechnologie Erdgas-Fracking – Problem- und Handlungsfelder“ statt. Gemeinsam veranstaltet wird sie vom BUND-Landesverband NRW und von der Vereinigung der Initiativen gegen unkontrollierte Erdgassuche und Hydraulic Fracturing in Deutschland (gegen-gasbohren.de). Außerdem ist sie Bestandteil des Jahresprogramms der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA).

In den letzten Jahren wurden etwa für die Hälfte des Landes Nordrhein-Westfalen bergrechtliche Erlaubnisse für die „Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen“ erteilt. Das mag auf Anhieb harmlos klingen, ist es aber nicht, denn dabei geht es um die großflächig geplante Förderung von Erdgas aus sogenannten „unkonventionellen Lagerstätten“. Bei der Förderung soll die risikobehaftete Fracking-Technik zum Einsatz kommen. Landesweit – auch im Ennepe-Ruhr-Kreis – protestieren etliche Initiativen und Verbände dagegen, vor allem wegen unkalkulierbarer Umweltgefahren und mangelhafter Bürgerbeteiligung. Auf der Seite www.bund-nrw.de/fracking informiert der BUND ausführlich über Hintergründe.

Die Städte Wetter und Herdecke befinden sich innerhalb des „Erlaubnisfeldes Ruhr“, eines Bereichs, für den bereits eine „Bergbauberechtigung zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen zu gewerblichen Zwecken“ an die Wintershall Holding erteilt wurde.

Im Einladungsflyer gibt es Infos zum Programm, zum Tagungsort und zur erforderlichen Anmeldung (bis spätestens zum 21. September 2012). Der Teilnahmebeitrag beträgt 15,- Euro pro Person (inkl. Mittagsimbiss, Getränken und Tagungsreader).

Exkursionstipp Fledermäuse

Die Biologische Station „Umweltzentrum Hagen“ lädt am Samstag, den 25. August 2012 zu einer abendlichen Fledermausexkursion ein. Das Motto lautet „Auf den Spuren von Graf Dracula“. Im Ruhrtal am Harkortsee können die gefährdeten Tiere gut bei der Jagd auf Insekten beobachtet werden. Vorgestellt werden Lebensweisen der heimischen Fledermausarten, ihr Jagdverhalten und ihre Rufe. Mit Hilfe eines „Bat-Detectors“ werden die Ultraschallsignale der Tiere auch für Menschen hörbar gemacht.

Los geht’s um 19.30 Uhr auf dem Parkplatz des Wasserschlosses Werdringen im Norden von Hagen (Brockhauser Straße). Bitte Taschenlampen mitbringen und feste Schuhe anziehen. Die auch für Kinder geeignete Veranstaltung wird etwa drei Stunden dauern. Bei Regen oder Gewitter muss sie allerdings ausfallen. Anmeldung erbeten unter Tel. 02331–84888.

Dritte Stellungnahme zum geplanten Gewerbegebiet „Am Stork“

Dritte BUND-Stellungnahme zum Stork (PDF)Bei der Stadt Wetter (Ruhr) endete am 1. August 2012 mal wieder eine Abgabefrist für Stellungnahmen – dieses Mal zum dritten Bebauungsplanentwurf Nr. 60 „Gewerbegebiet Am Stork“. Hier können Sie jetzt die aktuelle BUND-Stellungnahme als PDF-Datei einsehen und herunterladen. Auf Rückmeldungen dazu sind wir wie immer gespannt.

Unsere Ablehnung des in Volmarstein geplanten Bauvorhabens hatten wir bereits anlässlich des ersten Entwurfs 2009 und des zweiten Entwurfs 2011 dargestellt. Im bisherigen Verfahren wurde nur ein kleiner Teil der von Bürgern und Behörden vorgebrachten Einwände, Bedenken und Anregungen aufgegriffen. Viele Probleme haben weiterhin Bestand. Kernpunkt unserer Kritik ist der unverhältnismäßig hohe Flächenverbrauch mitten im Landschaftsschutzgebiet. Neben diversen Naturschutzkonflikten weist auch der dritte Entwurf nicht unerhebliche planungsrechtliche Probleme auf. Unseres Erachtens dürfte er so kaum haltbar sein.

Weitere Informationen gibt es bei der IG Stork.

Exkursionstipp Pflanzengesellschaften der Wiese

Blühaspekt einer Weide von Hof Sackern

Am Sonntag, den 3. Juni 2012 findet von 10.00 bis 14.00 Uhr in Wetter eine Exkursion für alle botanisch Interessierten statt. Unter Leitung von PD Dr. Hans-Christoph Vahle werden vor allem die Pflanzengesellschaften der Wiese erkundet.

Treffpunkt ist Hof Sackern in Wetter, Albringhauser Straße 22. Auf den Flächen des biologisch-dynamisch wirtschaftenden Betriebs werden seit mehreren Jahren Versuche zur Neuanlage von kräuter- und blütenreichem Grünland durchgeführt. Neben der Wiesen- und Weidenvegetation werden auch die Pflanzengesellschaften von Acker, Hofteich und Bruchsteinmauer vorgestellt.

Die Teilnahmegebühr beträgt 6,- Euro. Anmeldung bei der VHS Witten/Wetter/Herdecke (Kurs 13161).

Amphibienschutz in Herdecke 2012

Zaun mit Fangeimer

Zaun mit Fangeimer

Stichwortbilanz unserer ehrenamtlichen Amphibienschutzaktion an der Ender Talstraße im Frühjahr 2012:

  • allg. durch mehrere Kältephasen, zum Teil mit Nachtfrösten unterbrochene Laichwanderung in diesem Frühjahr, dadurch recht langer Aktionszeitraum (6 Wochen)
  • Fangzaun entlang der Ender Talstraße vom 5. März bis zum 16. April aufgestellt
  • insgesamt 81 Kontrollgänge, morgens und abends von vier Aktiven durchgeführt
  • insgesamt über 1.200 Tiere (Erdkröten, Grasfrösche, Berg- und Teichmolche, Feuersalamander) eingesammelt und über die Straße zum Laichgewässer gebracht (viele weitere, nicht gezählte Tiere am Kallenberger Weg)
  • verstärkte Wanderaktivität über zwei Wochen verteilt in den Nächten Ende März

Fazit: Im Vergleich zum letzten Jahr konnten wir eine ähnlich starke Amphibienwanderung beobachten. Die Stadt Herdecke bzw. die Technischen Betriebe der Stadt unterstützten die Aktion wie gewohnt durch Zwischenlagerung sowie Auf- und Abbau des Zauns. Dankeschön! Einen Überblick zu unserer Aktion finden Sie auch bei ANNA, der Naturschutz-Projektdatenbank des BUND.

Stellungnahme zur Westfalia-Planung in Herdecke

In Herdecke wird seit mehreren Jahren über die Umgestaltung der Westfalia-Fläche diskutiert. Das ehemalige Werksgelände in der südwestlichen Innenstadt wurde fast 200 Jahre lang industriell-gewerblich genutzt – bis 1966 von der Blaufärberei Habig und anschließend bis zur Standortschließung 2003 (bzw. bis zur Werksräumung 2005) vom Melktechnikhersteller Westfalia (ursprünglich Westfalia Separator, 1996 ausgegliedert unter dem Namen WestfaliaSurge, heute GEA Farm Technologies).

Der alte Fabrikbereich ist etwa sieben Hektar groß und quasi vollständig versiegelt. Er befindet sich in der Nähe der Ruhr im Bereich der Flussaue. Seit Herbst letzten Jahres sind dort Abbrucharbeiten im Gange. Zwischen Werksgelände und Ruhr liegt das „Ruhrvorland“, eine rund drei Hektar große, ehemals landwirtschaftlich genutzte Grünfläche. Momentan zählt sie noch größtenteils zum Landschaftsschutzgebiet 2.2.21 (Teilbereich Ruhraue Herdecke).

Herdecker Ruhraue mit Viadukt

Ruhrvorland mit Eisenbahn-Viadukt

Herdecker Ruhraue mit Ruhrtal-Radweg und Westfalia-Gebäuden

Ruhrtalradweg und Westfalia-Gebäude

Was kann und was soll mit der brachliegenden Gewerbefläche geschehen? – Frühzeitige Planungswerkstätten ließen viele Menschen träumen: von günstigem Wohnen in exklusiver Lage, von idyllischen Grachtlandschaften, von einer Umgehungsstraße („Westtangente“), von einem Vergnügungszentrum mit Eisdielen direkt am Ruhrtalradweg, von einer Diskothek in der (mittlerweile abgerissenen) Fliegerhalle, von einem neuen Großarbeitgeber, von einem modernen Fachwerkviertel, von Einkaufsparadiesen, von einem naturnahen Erholungspark mit Hundewiese und Blick auf den Viadukt u.v.m.

Einige Ideen wurden recht schnell verworfen, andere hielten sich eine Weile, und wieder andere tauchten erst jüngst auf. Manche Ideen hatten über die Jahre Bestand und haben Eingang in Bebauungsplanentwürfe gefunden. Wie das meist so ist, blieben von den ganzen Begehrlichen vornehmlich die finanzierbaren übrig – und diejenigen, die weder dem Verwertungsinteresse des Flächeneigentümers noch den allgemeinen stadtplanerischen Zielen von Verwaltung und Lokalpolitik (u.a. „Öffnung der Innenstadt zur Ruhr“) entgegen stehen.

Ruhraue und Westfalia-Gelände in Herdecke

Ruhraue und Westfalia-Gelände

Westfalia-Gelände

Werksgelände

Im Kern soll nun aus dem bisher komplett abgeriegelten Gewerbekomplex ein neues „Stadtquartier“ mit Einzelhandel, Dienstleistungen, Seniorenzentrum, großem Parkplatz und Wohnbebauung werden. Außerdem ist auf dem Gelände eine Umgehungsstraße zur Entlastung des Stadtzentrums geplant.

Auch im Ruhrvorland soll etwas geändert werden. Die Neubebauung soll sich nämlich nicht an der alten Gebäudekante orientieren, sondern auf breiter Front in Richtung Ruhr vorrücken. Dafür soll u.a. ein kleiner Teil (665 m²) des „Wiesenparkplatzes“ entsiegelt werden. In der Summe ergibt sich eine über den Ist-Zustand hinaus gehende Flächenversiegelung.

Ausführlich vorgestellt wird die kommunale „Planung Westfalia“ auf der städtischen Website. Der Dortmunder Investor präsentiert sein Vorhaben ebenfalls im Internet, einschließlich Exposé.

Infotafel zum „Quartier Ruhr-Aue“

„Quartier Ruhr-Aue“

Alternativlos?

Alternativlos?

Die aktuellen Pläne sind nicht unumstritten. Mit zunehmender Konkretisierung stieß das Vorhaben auf wachsenden Widerstand. Die „Aktion Westfalia“ gründete sich und machte insbesondere gegen das von ihr als „monströs“ bezeichnete Einzelhandelsprojekt mobil. Andere stießen sich v.a. an der Ausgestaltung der geplanten „Seniorenresidenz“ (wahlweise auch als „Altenpflegeheim“ oder „betreutes Wohnen“ in der Diskussion). Ein wesentlicher Kritikpunkt dürfte für viele Menschen schlicht die Massivität und Höhe der geplanten Gebäude sein, und auch die Enttäuschung über geplatzte Träume, die vor Jahren noch hochtrabend als realisierbar verkündet wurden, dürfte eine Rolle spielen. In Gesprächen wurde zudem häufig deutlich, dass die Pläne für diese „1A-Lage“ einerseits als zu gewöhnlich („solche Einkaufszentrum gibt es schon anderswo genug“) und andererseits als zu bürgerfern („ein neues Exklusivviertel für Betuchte“) empfunden werden – eine Diskrepanz, die sich vermutlich nur schlecht auflösen lässt.

Kürzlich, im April 2011, hatte der Rat der Stadt Herdecke mehrheitlich (bei 3 Gegenstimmen) die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs für den östlichen „Teil II“ des Geländes sowie der grundlegenden Flächennutzungsplanänderung fürs Gesamtareal beschlossen. Hinzu kam noch die Fortschreibung des sog. „Zentrenkonzepts“. Das ist ein Einzelhandelsgutachten, in dem fürs ganze Stadtgebiet (auch fürs Westfalia-Gelände) Leitziele, zentrale Vorsorgungsbereiche und Sortimentslisten bestimmt wurden.

BUND-Stellungnahme zu Westfalia (PDF)Die Beteiligung der Öffentlichkeit („Bürgerbeteiligung“) bei Bebauungs- und Flächennutzungsplänen ist ebenso wie die Behördenbeteiligung (z.B. von Nachbargemeinden und Fachbehörden des Ennepe-Ruhr-Kreises) ein nach Baugesetzbuch vorgeschriebener Verfahrensschritt, bei dem innerhalb eines mehrwöchigen Zeitraums Stellungnahmen eingereicht werden können. Anregungen und Einwände müssen anschließend von Verwaltung und Politik ausgewertet und abgewogen werden.

Im Rahmen dieser Beteiligung haben wir jetzt eine Stellungnahme abgegeben, die sie hier als PDF-Datei herunterladen können. Im Wesentlichen kritisieren wir darin die geplante Nettoneuversiegelung in der Ruhraue, die aus Naturschutzsicht nur negativ zu bewerten ist. Gerade in ökologisch langfristig relevanten Überschwemmungs- bzw. Auenbereichen sind zusätzliche Bodenversiegelungen grundsätzlich zu vermeiden oder – wie jede Flächeninanspruchnahme – aufs „notwendige Maß“ zu beschränken. Es muss folglich gut begründet und dokumentiert werden, warum sich die weitere Ausdehnung der Bebauung nicht vermeiden lässt. Eine entsprechende Begründung können wir in den vorliegenden Planunterlagen allerdings nicht erkennen. Da es sich um eine komplette Neuplanung handelt und im westlichen Areal („Teil III“) noch freie Flächen zur Verfügung stehen (über deren Nutzung bislang nicht näher entschieden wurde), kann zumindest nicht mit Flächenknappheit und „zwingend notwendiger“ Inanspruchnahme bislang unbebauter Bereiche argumentiert werden. Auch angesichts der vorhandenen planerischen Spielräume innerhalb des östlichen Teilbereichs (z.B. bei der Gebäudeanordnung und beim Parkplatzkonzept) dürfte es fraglich sein, ob solch eine Begründung noch gefunden werden kann.