Am Stork geht’s rund

Protest am Stork

Protest am Stork

Der „Stork“ bei Grundschöttel in Wetter ist Teil des Landschaftsschutzgebiets „Silschede und Schmandbruch“. Noch. Denn schon seit mehreren Jahren gibt es Bestrebungen, die durch Wald und Landwirtschaft geprägten Flächen in ein Gewerbegebiet umzuwandeln.

Ein Bebauungsplanentwurf existiert bereits. Die Wetter’schen Politiker beschlossen Ende April 2009 mehrheitlich dessen Offenlegung. Zum Jahresende könnte also der Satzungsbeschluss folgen, und damit wäre die Flächenversiegelung – inklusive Erschließungsbereichen geschätzte 14 Hektar = 140.000 m² Beton und Asphalt – im wahrsten Sinne des Wortes „beschlossene Sache“. Theoretisch. Denn jetzt hat sich eine bunt gemischte Interessengemeinschaft für den Erhalt des Storks gegründet, an der sich auch unsere Ortsgruppe beteiligt. Außerdem wird vorher im August ein neuer Gemeinderat gewählt.

Die hier gezeigten Fotos wurden Ende April/Anfang Mai bei einem Spaziergang um den Stork aufgenommen.

Weg und Acker „Vordere Heide“

Weg und Acker „Vordere Heide“

Acker zwischen „Vordere Heide“ und „Oberberge“

Acker zwischen „Vordere Heide“ und „Oberberge“

Teich Oberberge und Acker

Teich Oberberge und Acker

Teich Oberberge

Teich Oberberge

Landschaftsbild am Stork

Landschaftsbild am Stork

Weg „Am Stork“ und Acker

Weg „Am Stork“ und Acker

Der BUND hat die Planungen in den Gremien – ebenso wie als einzige Ratsfraktion die Grünen – von Anfang an konsequent abgelehnt, auch durch schriftliche Einwendungen.

Gegen die Bebauung der Flächen sind wir unter anderem

  • weil das Gebiet „Am Stork“ ein wichtiger Landschaftsraum im Biotopverbund ist (es gehört ja nicht ohne Grund zum Landschaftsschutzgebiet),
  • weil der Stork Lebensraum für gefährdete Arten ist, sowohl an den dortigen Gewässern (Quellsiepen mit Vernässungszonen, Teich; Amphibienvorkommen), als auch im Wald und auf den Acker- und Grünlandflächen (Fledermäuse, Eulen- und Greifvögel, Kiebitze, Feldhasen),
  • weil Nachhaltigkeit und sparsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen – was sich auch die Kleinstadt Wetter auf die Fahnen geschrieben hat – anders aussieht (gute Ackerböden wie am Stork sind in unserer Region nicht allzu häufig – wer denkt an künftige Generationen?),
  • weil wir die Begründung für eine derart umfangreiche Bodenzerstörung und -versiegelung an dieser Stelle nicht nachvollziehen können (bei der momentan geplanten Erschließung ist die als „entscheidendes Kriterium“ bezeichnete Autobahnabfahrt fast 3 km entfernt und die Fahrstrecke führt durch Wohngebiete, auch wird als potentiell ansiedlungswilliger Gewerbebetrieb v.a. ein Zulieferunternehmen der Nutzfahrzeugbranche (LKW) aus einer Nachbargemeinde angeführt, dass wohl nur Arbeitsplätze von dort nach Wetter verlagern würde, siehe Pressebericht),
  • weil Belange der Menschen (Naherholung, Lärmschutz), die als „weiche Standortfaktoren“ durchaus relevant für die wirtschaftliche Zukunft Wetters sind, nicht erkennbar berücksichtigt werden (die Einwohner sind als Einkommenssteuerzahler das zweitwichtigste finanzielle Standbein der Gemeinde),
  • weil wir nicht erkennen, dass sich die Stadt Wetter tatsächlich um die vorrangige Belegung noch freier Gewerbeflächen und allgemein um flächensparendes Bauen kümmert.

Diese ist nur ein kurzer Überblick der Argumente. Es gibt noch weitere und im Detail konkreter ausgeführte Gründe, weshalb wir die Gewerbegebietsplanungen am Stork für verfehlt halten.

Die IG Stork trifft sich übrigens das nächste Mal am 8. Juni 2009; Mitstreiter willkommen.

Auf den Themenseiten „Boden- und Freiraumschutz“ bietet der BUND-Landesverband NRW interessante Hintergrundinfos an (Einzelseiten über Navigation auf der linken Seite erreichbar).